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Mittwoch, 1. Januar 2014

20:00 Uhr

Gemeindemuseum Absam
Walburga-Schindl-Str. 31
Im alten Kirchenwirt
6067 Absam

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Helmut Qualtinger liest Karl Kraus
»Die letzten Tage der Menschheit«
Ein Hörabend im Gemeindemuseum Absam



»Wie ein Phönix stehma da, den s’ nicht durchbrechen wern, dementsprechend. Mir san mir und Österreich wird auferstehn wie ein Phallanx ausm Weltenbrand sag ich! Die Sache, für die wir ausgezogen wurden, ist eine gerechte, da gibts keine Würschteln, und darum sage ich auch, Serbien – muß sterbien! Stimmen aus der Menge: Bravo! So ist es! – Serbien muß sterbien! – Ob’s da will oder net! – Hoch! – A jeder muß sterbien!« (Szene aus Karl Kraus Die letzten Tage der Menschheit)
gemeinplätze

Karl Kraus hat 1918 den Ersten Weltkrieg ein »technoromantisches Abenteuer« genannt: Die modernen Waffensysteme dieses Krieges und das anonyme Massensterben ließen das öffentliche Sprechen der Politik, der Kirchen, der Zeitungen von Helden- und Rittertum endgültig zur Phrase verkümmern.

Sein Drama hat keine Handlung im klassischen Sinn, es entsteht vielmehr aus übers 200 kurzen Szenen, die reale und fiktive Figuren – von Kaiser Franz Joseph und Kaiser Wilhelm II. bis zum einfachen Soldaten, der namenlos ist – im Alltag des Krieges zeigen. Kaum eine Szene führt den Leser in die Nähe der Kampfhandlungen.

negative operette

Helmut Qualtinger hat 1963 zum ersten Mal aus den Letzten Tagen der Menschheit in Wien öffentlich gelesen. Bis 1975 sprach er mehr als 100 Szenen auf Schallplatte: Helmut Qualtinger »Schulter an Schulter« als Dichter (u. a. als Ottokar Kernstock), als Journalist, als Zeitungsleser, als Offizier, als Soldat, Zivilist, Spion, Agitator, Schaffner, Pfarrer, Pastor, Lehrer, Frau, Kind und Kaiser.

Seine scheinbar willkürliche Kombination von nicht näher in Verbindung stehenden Episoden hat letztlich die Funktion, eine im Krieg auseinanderstrebende, zunehmend chaotisch werdende Wirklichkeit gerade in ihrer dissonanten Beschaffenheit einzufangen …

Dauer ca. 90 Minuten
eintrittfrei




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Adresse

Gemeinde
Museum
Absam
Im alten Kirchenwirt
Walburga-Schindl-Straße 31
A – 6067 Absam

Öffnungszeiten
Freitag 18 – 20 Uhr
Samstag 14 – 17 Uhr
Sonntag 14 – 17 Uhr
Jeden Sonntag um 15 Uhr Programm

Information und Führungen
Matthias Breit 
0 676 / 84 05 32 700
email

Kontoverbindung
Museumsverein Absam
IBAN: AT98 3620 0000 0003 1542 
BIC: RZTIAT 22200

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